Einfallsreichtum, Geduld und harte Arbeit – mit diesen Leitsätzen suchten sich die Menschen der historischen Senne kreative Wege, um die kargen, sandigen und nährstoffarmen Böden nutzbar zu machen.
Anders als in anderen Teilen Westfalens waren die Böden in der Senne wenig fruchtbar und die Menschen lernten, in engem Einklang mit der Natur das Leben zu meistern.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die sogenannte Plaggenwirtschaft. Dabei handelt es sich um eine alte und traditionsreiche Form der Landwirtschaft, bei der aus der Heidelandschaft dünne Soden (sogenannte Plaggen) per Hand mit dem gesamten Wurzelwerk ausgestochen wurden. Diese Plaggen wurden anschließend als Einstreu in den Ställen verwendet, wo sie, gemischt mit den Exkrementen der Tiere, zu wertvollem Dünger wurden. Die Böden, auf die der Mist aufgetragen wurde, wurden über die Jahre hinweg fruchtbarer und konnten somit von den Menschen erfolgreich und nachhaltig beackert werden. Man nennt sie „Plaggeneschböden“. Dort, wo etwa 250 Jahre Plaggenmist aufgetragen wurde, wuchsen sie ungefähr ½ Meter an.
Die Plaggenwirtschaft warf jedoch auch Schattenseiten auf. Durch die regelmäßige systematische Entnahme von Heideplaggen entwickelte sich eine zusätzliche Verarmung der Heidevegetation.