Einfach, regional geprägt und abhängig vom Rhythmus der Jahreszeiten – so lässt sich die historische Kulinarik in der Senne knapp und aussagekräftig umschreiben. Gekocht wurde, was der Hof, der Stall, die Felder und die Natur hergaben. Kreativität spielte hier eine wichtige Rolle, um das Überleben nachhaltig zu sichern. Typisch waren saisonales Obst und Gemüse aus dem Garten, das nach Möglichkeit auch haltbar gemacht wurde, Milchprodukte von den eigenen Hofstellen und die Nahrungsmittel, die die Felder hergaben. Dort wurden Kartoffeln, Roggen, Gerste und vieles mehr angebaut. Man zehrte das Jahr über von der Hausschlachtung, die im Winter durchgeführt wurde. Jeder Haushalt, auch Nichtlandwirte, hatte mindestens ein Schwein oder auch etwas Federvieh für die Eigenversorgung. Für den Alltag gab es Wurst wie Sülze, Leber-, Blut- und Mettwurst sowie Schinken auf dem Butterbrot als alltägliche Nahrungsmittel, während ein Braten für den Sonntag vorbehalten war. In der kalten Jahreszeit wurden Blut- und Leberwurst auch gebraten und auf eine Scheibe Brot gelegt.
Im Gemüsegarten, auch „Bauerngarten“ genannt, zog die Hausfrau ein möglichst breit gefächertes Angebot an Gemüse und Kräutern heran. Möhren und Kartoffeln wurden für den Winter mit in der „Runkelkuhle“ eingelagert. Dabei handelte es sich um eine Erdmiete, in der man Runkeln als Wintervorrat für das Vieh einlagerte. Bohnen und Möhren wurden auch eingekocht („eingeweckt“), während Erbsen und Krüppelbohnen beispielsweise getrocknet aufbewahrt wurden. Kohlköpfe wurden in einem dunklen, kühlen Keller aufbewahrt oder zu Sauerkraut verarbeitet.
Zudem gehörte zu jedem Hausstand auch eine kleine Obstwiese mit Äpfeln, Kirschen, Birnen und Zwetschgen. Durch die breite Vielfalt an Obst versuchte man, eine möglichst lange Ertragszeit zu erzielen. So hatten die Bewohner früh- und später im Jahr reifende Obstbäume und somit einen langanhaltenden Ernteertrag. Obst wurde gern zu Kompott, Gelee und Saft verarbeitet. Späte Sorten versuchte man auch im Keller einzulagern. Die „rote Sternrenette“ (rötlicher Apfel) kam dann beispielsweise auch auf die Weihnachtsteller.
In den „Rieken“ (Hecken) sammelten die Bewohner der Senne Brombeeren und im Wald Heidelbeeren, um sie zu entsaften und zu Gelee zu verarbeiten oder als ganze Frucht direkt mit Pudding zu essen.
Wichtig war auch das Sammeln von Kräutern als Arzneimittel. Beispielsweise halfen Wermut und Pfefferminze bei Magenschmerzen, Johanneskraut bei Menstruationsbeschwerden oder auch bei Depression, Brennnesseln wirken entgiftend und entzündungshemmend. Meist wurden die Kräuter als Tee verwendet.
In der Einfachheit liegt jedoch bekanntlich auch der Reiz – herrlich duftendes Brot, frisch aus dem Ofen, mit Obst belegte Kuchen, gehobeltes Sauerkraut oder der typische Pickert. Die Menschen in der historischen Senne wussten, wie man aus wenigen Zutaten Köstliches herstellen konnte. Auch heute noch werden viele traditionelle Rezepte und Speisen in ganz Deutschland wertgeschätzt und gern auf dem Tisch gesehen!