Von der Heimat getrennt
Beginn der Umsiedlung ab 1937
Auch die Hövelsenne blieb nicht von der Erweiterung des Truppenübungsplatzes verschont. Bereits im Jahre 1937 zeichneten sich erste Anzeichen einer Umsiedlung ab und verbreiteten Unmut sowie Sorge um die Zukunft. Die ersten Familien zogen im Jahre 1939 weg. Nach einer 15-jährigen Pause setzte sich der Prozess der Umsiedlung fort, bis er im Jahre 1974 final abgeschlossen war.
Insgesamt mussten ca. 800 Menschen, die auf 135 Haus- und Hofstellen verteilt waren, ihr Zuhause für immer hinter sich lassen und fernab der vertrauten Heimat eine neue Existenz aufbauen. Für alle bedeutete das einen schweren Abschied und aus Zeitzeugenberichten geht deutlich hervor, dass die alte Heimat stets einen festen Platz im Herzen der Menschen einnahm.
Über 50 Familien konnten in der Muttergemeinde Hövelhof Grundstücke erwerben. Viele Familien mussten ihre bekannte Heimat jedoch verlassen und gründeten eine neue Existenz fernab der Senne. Umgesiedelt wurden sie zum Teil ins Münsterland, ins Rheinland und ins Delbrücker Land. Die ersten Familien zogen sogar bis nach Mecklenburg, wo rund 20 selbstständige Bauern in Setzin, Zühr und Tessin neue Höfe gründeten.
Die Umsiedlung der Hövelsenne ist bis heute eines der prägendsten Kapitel der Regionalgeschichte: ein Beispiel für Verlust, Neubeginn und große Kraft, in einer neuen Heimat Wurzeln zu schlagen.