Besuchen Sie die Hövelsenne

... und begeben Sie sich auf die Spuren alter Erinnerungen!

Die katholische Filialkirche St. Josef

Mit der Einweihung der Filialkirche St. Josef im Jahr 1924 erfüllte sich für die Bewohner der Hövelsenne der lang ersehnte Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus. Viele Jahre war die Kirche das religiöse Herz des Dorfes und ein Ort für Gebet, Gemeinschaft und Gedenken. Der letzte Gottesdienst fand am 3. November 1974 im Rahmen einer Hubertusmesse statt.
Hier erfahren Sie mehr!

Die "Pannkaukenschule"

Mit dem Bau der „Pannkaukenschule“ im Jahr 1800 erhielt die Hövelsenne ihre erste eigene Schule. Über mehr als 160 Jahre war sie Lernort, Treffpunkt und ein prägender Bestandteil der Kindheit vieler Generationen. Erst 1966 endete mit der Schließung der Schule ein bedeutendes Kapitel der Dorfgeschichte.
Hier erfahren Sie mehr!

Gaststätte "Menning"

Das Kolonialwarengeschäft der Familie Menning war weit mehr als nur ein Laden – es war ein wichtiger Treffpunkt im Dorf. Mit Gastwirtschaft, Postannahmestelle und sogar einer Telefonmöglichkeit spielte es eine zentrale Rolle im Alltag der Hövelsenner. Ergänzt wurde es durch das westlich gelegene Stammgeschäft mit eigener Bäckerei.

Die Entstehung der Hövelsenne

Wie alles begann

Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts reichen die Wurzeln des Dorfes in der Hövelsenne zurück. Um das Jahr 1650 begannen die Menschen vom Delbrücker Land aus, die Hövelsenne zu besiedeln. Die ersten Stätten entstanden entlang des Krollbachs, des Haustenbachs und des Knochenbachs. Zu Beginn entstand dort ein sogenanntes "Reihendorf" aus vereinzelten, auseinandergezogenen Stätten. Das Wasser spielte bei der Wahl der Niederlassung eine entscheidende Rolle: Es sicherte das Überleben von Mensch und Tier und bildete eine wichtige Grundlage für die Anlage von Wiesen.
Die Hövelsenne wurde vom starken Zusammenhalt seiner Bewohner geprägt und gab vielen Menschen Wurzeln, an denen sie noch lange nach Auflösung ihrer Heimat festhielten.


Die "Pannkaukenschule" - Schlaue Köpfe, damals wie heute

Die erste Schule der Hövelsenne, auch „Pannkaukenschule“ genannt, entstand im Jahre 1800 aufgrund des weiten Weges zur Hövelhofer Schule.
Die Schulzeit wurde durch den gemeinsamen Unterricht, die Ausflüge zum „Franzosenstein“ oder Badeausflüge zum Haustenbach geprägt. Bis heute sind diese lebhaften Erinnerungen tief in den Erzählungen ehemaliger Schülerinnen und Schülern verwurzelt.
Bevor die Schule im Jahre 1966 ihre Pforten schloss, war sie über 160 Jahre ein fester Bestandteil im Leben der Hövelsenner Kinder.

Die Filialkirche St. Josef - Ein Ort der Hoffnung und des Glaubens

Der Wunsch nach einem eigenen Ort des Glaubens und der Zusammenkunft im Dorf war von Anfang an groß. Zunächst diente eine Hauskapelle als Notlösung, doch nach einigen Unterbrechungen konnte die katholische Filialkirche St. Josef schließlich im Jahre 1923 gebaut und am 19. März 1924 geweiht werden. Gerade einmal 50 Jahre bildete sie das religiöse Zentrum des Dorfes, bis am 3. November 1974 der letzte Gottesdienst, eine Hubertusmesse, gefeiert wurde.


Handwerk und Handel

Leben in der Hövelsenne – Ein Ortskern rund um die Kirche
Das Dorfleben wurde von einem Ortskern geprägt, in dem ein lebendiges Miteinander den Alltag bestimmte. Rund um Schule und Kirche entwickelte sich in den 1920er Jahren ein kleiner Ortskern. Zwei selbstständige Schneider, eine Schmiede, Tischlerei, Schuhmacherei und einige Landwirte prägten das Bild. Hinzu kam ein Kolonialwarengeschäft der Familie Menning mit Gastwirtschaft, in der sich die Postannahmestelle befand – hier konnte bei Bedarf sogar telefoniert werden.

Das Dorfleben im Herzen der Senne

Neben dem Kolonialwarengeschäft im Ortskern führte die Familie Menning noch ein weiteres Geschäft: das Stammgeschäft Menning, weiter westlich vom Ortskern, mit einer zusätzlichen Bäckerei. Im Süden, in der Nähe der Staumühle, befand sich der „Staumühler Krug“, der von Heinrich Bee geführt wurde. In diesen Geschäften konnten allerhand Produkte erworben werden: von Lebensmitteln über Nähgarn bis hin zu Petroleum für Lampen fanden die Bewohner alles, um ihren Lebensalltag bestreiten zu können.
Bewohner des östlichen Teils der Hövelsenne gingen zum Einkaufen häufig in das nahe gelegene Haustenbeck, in dem besonders der Viehhändler Soesmann bekannt war und geschätzt wurde.


Historischer Überblick

Eine Zeitreise durch die Hövelsenne

Sechs Personen versammeln sich in einem Raum mit Holztür um einen Tisch und betrachten ein sorgfältig angefertigtes Modell eines Dorfes.
16./17. Jhr.
GRÜNDUNG
Mittelalterliche Wurzeln, die erste urkundliche Erwähnungen war ums 16./17. Jahrhundert
Schule im Jahr 1961
1800
DIE ERSTE SCHULE
Um den Kindern den weiten Schulweg nach Hövelhof zu ersparen, wurde 1800 die erste eigene Schule errichtet – die sogenannte „Pannkaukenschule“
Inmitten von üppigem Grün und einem weißen Zaun steht eine weiße Kirche mit rotem Dach und einem hohen Kirchturm, der mit einem Kreuz geschmückt ist.
1924
Einweihung der Kirche
Die Menschen sehnten sich nach einem Ort des Glaubens und fanden in der dorfeigenen Kirche einen gebührenden Ort für religiöse Feste und Gottesdienste
Eine alte Lampe mit Glasgefäß und Metallsockel strahlt einen warmen Schein aus und wirft ein sanftes Licht auf einen dunklen Hintergrund.
Anfang 1920er
STROMNETZ
In Hövelsenne wurde das Stromnetz Anf. der 1920er Jahre eingeführt und brachte den Bewohnern erstmals elektrisches Licht und moderne Annehmlichkeiten
Ein Glaskrug und zwei mit Wasser gefüllte Gläser stehen auf einer dunkelgrauen Arbeitsplatte, wobei der Henkel des Kruges nach oben zeigt.
Ende 1920er
EINFÜHRUNG WASSER
Ende der 1920er Jahre wurde Hövelsenne erstmals mit fließendem Wasser versorgt.
Gemälde Dorf
1939 - 1974
Räumung des Dorfes
Zwischen den Jahren 1939 und 1974 wurde das Dorf Haus um Haus geräumt.

Krollmühle um 1975

Wassermühlen im Raum Hövelsenne

Zwei Mühlen die das Leben der Hövelsenner Bevölkerung prägten

Die Hövelsenner Bauern konnte ihr Getreide in damaligen Zeiten an zwei Mühlen mahlen lassen.

Die zum großen Krollmühlenhof gehörige Krollmühle befand sich unmittelbar am Krollbach. Der Mühlenbetrieb wurde jedoch eingestellt, nachdem Josef Marxcord seinen Besitz an das Deutsche Reich verkauft hatte und nach Tessin umsiedelte. Angetrieben wurde die Mühle von einem oberschlächtigen Wasserrad. Sie verfügte über einen sogenannten Mahlgang zum Mahlen von Getreide und über einen Schrotgang zur Herstellung von Futterschrot.

Die Staumühle, die sich unmittelbar außerhalb der heutigen Grenze des Truppenübungsplatzes befand, zählt ebenfalls zu einer der wichtigen Mühlen der Umgebung. Bei ihr handelte es sich ebenfalls um eine Getreidemühle, der zeitweise sogar ein Sägewerk angeschlossen war. Auch wenn die Staumühle nicht von der Umsiedlung betroffen war, endete der Mühlebetrieb im Jahre 1952.

Eine große, graue Felsformation mit einem kleinen Hügel liegt in einem grasbewachsenen Feld, umgeben von Bäumen und einem bewölkten Himmel. Es handelt sich um einen Mergelhaufen.

Mergelhaufen in der Hövelsenne

Auch heute noch ist ein „Mergelhaufen“ an der Straße nach Haustenbeck zu finden. Dieser Mergel wurde über eine Lorenbahn aus Eckelau aus dem Teutoburger Wald transportiert und als Bodenverbesserer eingesetzt. Mergel ist ein Gemisch aus Ton und Kalk und wird dem Boden beigemischt, um ihn fruchtbarer zu machen. Dieser Mergelhaufen ist bis heute ein Restbestand und Hinweis auf die groß angelegten Kultivierungsmaßnahmen in der Senne, die der Kreis Paderborn in den 1920er Jahren durchführte.


Von der Heimat getrennt

Beginn der Umsiedlung ab 1937

Auch die Hövelsenne blieb nicht von der Erweiterung des Truppenübungsplatzes verschont. Bereits im Jahre 1937 zeichneten sich erste Anzeichen einer Umsiedlung ab und verbreiteten Unmut sowie Sorge um die Zukunft. Die ersten Familien zogen im Jahre 1939 weg. Nach einer 15-jährigen Pause setzte sich der Prozess der Umsiedlung fort, bis er im Jahre 1974 final abgeschlossen war.

Insgesamt mussten ca. 800 Menschen, die auf 135 Haus- und Hofstellen verteilt waren, ihr Zuhause für immer hinter sich lassen und fernab der vertrauten Heimat eine neue Existenz aufbauen. Für alle bedeutete das einen schweren Abschied und aus Zeitzeugenberichten geht deutlich hervor, dass die alte Heimat stets einen festen Platz im Herzen der Menschen einnahm.

Über 50 Familien konnten in der Muttergemeinde Hövelhof Grundstücke erwerben. Viele Familien mussten ihre bekannte Heimat jedoch verlassen und gründeten eine neue Existenz fernab der Senne. Umgesiedelt wurden sie zum Teil ins Münsterland, ins Rheinland und ins Delbrücker Land. Die ersten Familien zogen sogar bis nach Mecklenburg, wo rund 20 selbstständige Bauern in Setzin, Zühr und Tessin neue Höfe gründeten.

Die Umsiedlung der Hövelsenne ist bis heute eines der prägendsten Kapitel der Regionalgeschichte: ein Beispiel für Verlust, Neubeginn und große Kraft, in einer neuen Heimat Wurzeln zu schlagen.