Ein zweistöckiges weißes Haus mit rotem Dach und schwarzen Fensterläden steht auf einer Schwarzweißfotografie, umgeben von kahlen Bäumen und einer Steinmauer.

Die Schule

Ein Ort für kluge Köpfe

Lernen im Herzen des Dorfes

Die Schulzeit in Haustenbeck

Die Schule in Haustenbeck war weit mehr als nur ein Ort des Lernens – sie war ein zentraler Treffpunkt für die Jüngsten im Herzen des Dorfes. Hier entstanden Gemeinschaft und die erste prägende Zeit im Leben jedes Schulkindes. Zwischen einfachen Holzbänken, knisterndem Holzofen und zum Teil langen und beschwerlichen Schulwegen wurde gelernt, gelacht und gelebt. Die Kinder der Haustenbecker Schule erlebten trotz der einfachen Bedingungen und Strapazen unvergessliche Momente, die sie ein Leben lang begleiteten.


Ein zweistöckiges weißes Haus mit rotem Dach und schwarzen Fensterläden steht auf einer Schwarzweißfotografie, umgeben von kahlen Bäumen und einer Steinmauer.

Der Schulalltag

Ein Einblick in das Leben der Jüngsten

Zu Haustenbeck zählte eine kleine Dorfschule, die sich im Zentrum des Ortes befand – direkt neben dem Gemeindehaus und der Kirche. Alle Kinder wurden gemeinsam in einem Raum unterrichtet. Es gab eine Oberklasse, eine Mittelklasse und die i-Männchen (1. bis 4. Schuljahr). Alle Schülerinnen und Schüler saßen gemeinsam auf einfachen Holzbänken in einem Raum.
Oft wurde der Unterricht in Morgen- und Nachmittagsgruppen aufgeteilt, wobei die älteren Kinder am Vormittag und die jüngeren Kinder am Nachmittag unterrichtet wurden.

Für die meisten Kinder begann der Unterricht um 8 Uhr. Viele der Kinder hatten einen weiten Weg zur Schule, den sie bei Wind und Wetter zurücklegen mussten. So begann der Tag für viele schon in den dunklen, frühen Morgenstunden.
Um auch an kalten Herbst- und Wintertagen in einem warmen Klassenzimmer lernen zu können, wurden Dienste zum Heizen des Holzofens eingeteilt. Die Kinder, die den Holzofen schon vor Schulbeginn anfeuern mussten, erschienen früher als die restlichen Kinder und der Lehrer. Vor dem warmen Ofen wurden die feuchte Kleidung und die Holzschuhe getrocknet.

Zu einigen der bekannten Lehrer zählten Herr Krüger, Herr Meierhenrich und Herr Sprenger.
Es wurden die üblichen Fächer gelehrt: Deutsch, Rechnen, Erdkunde und Religion, Zeichnen und Ordnungsliebe standen auf dem alltäglichen Lehrplan.

Blick auf den Schulplatz in Haustenbeck

Einfaches Leben

Über Erziehung und Bescheidenheit

Die Schulzeit und das Lernen fielen jedoch nicht immer leicht – körperliche Züchtigung zählte zu einer üblichen Methode der Erziehung, wobei die Ausprägung dieser Einstellung je nach Lehrer unterschiedlich ausfiel.
Für heutige Zeiten ist diese Einstellung unvorstellbar.
In vergangenen Zeiten prägte sie jedoch nicht nur das Schulleben, sondern auch die Erziehung im Elternhaus.

Schultüten, Süßigkeiten und Geschenke zur Einschulung – das ist heute für fast jedes neue Schulkind ganz selbstverständlich. In der historischen Senne fehlte es den Familien jedoch an den nötigen Mitteln und die Kinder erhielten meist nur einen Tornister oder eine einfache Büchertasche zur Einschulung. In dem Tornister befanden sich eine Tafel und Schwämme – meist von der Mutter selbst genäht – und ein Griffelkasten. Doch auch unter ärmlichen Umständen war der erste Schultag ein besonders aufregender Tag für alle Kinder.

Besondere Höhepunkte im sonst einfachen Schulalltag waren Ausflüge, die in den Teutoburger Wald oder zum Hermannsdenkmal führten.

Ein schwerer Abschied...

...ein schwieriger Neuanfang

Für die Kinder in Haustenbeck bedeutete die Schließung der Schule weit mehr als nur einen Orts- und Schulwechsel. Aus Zeitzeugenberichten geht hervor, wie einschneidend dieser Moment für die Kinder gewesen sein muss. Der Verlust der Schule bedeutete für die Schüler ebenfalls einen Verlust von Heimat, Gemeinschaft und Geborgenheit.

Am letzten Schultag blieben nur noch wenige der Schülerinnen und Schüler in Haustenbeck zurück. Die meisten waren bereits in der Schule in Oesterholz untergebracht. Die verbliebenen Materialien und Gegenstände wurden gemeinsam mit dem Lehrer aufgeräumt und die letzten Zeugnisse verteilt. Dieser bewegende Moment markierte das endgültige Ende der Haustenbecker Schulzeit für die Kinder.

Der Wechsel in die Schule nach Oesterholz brachte einige Herausforderungen mit sich. Die Kinder aus Haustenbeck mussten sich mit einigen Vorurteilen auseinandersetzen und so fiel die Begrüßung in der neuen Schule weitaus weniger herzlich aus als erhofft. Durch die ländliche, abgelegene Herkunft wurden die Bewohner Haustenbecks nicht selten als weniger gebildet bezeichnet. Der Start in das neue Schulleben wurde durch geringschätzige Bemerkungen und Spott durch Lehrkräfte und Mitschüler zugleich somit deutlich beschwerlicher.

Solche Erinnerungen und Geschichten zeugen von Mut und Durchhaltevermögen, an einem neuen Ort Wurzeln zu schlagen. Es wird deutlich, wie prägend die Schulzeit auch damals für Kinder und Jugendliche war und wie wichtig der respektvolle Umgang miteinander ist.