Besuchen Sie Haustenbeck

... und erleben Sie die Faszination vergangener Zeiten!

Evangelische Kirche Haustenbeck

Schon früh wünschten sich die Haustenbecker einen eigenen Ort für Glauben und Gemeinschaft. Nach Jahren voller Herausforderungen und finanzieller Hürden wurde dieser Traum 1685 Wirklichkeit: Mit der Einweihung der evangelischen Kirche samt Pastorenhaus entstand das religiöse Herz des Dorfes. Ein bedeutender Meilenstein für die Dorfgemeinschaft.
Hier erfahren Sie mehr!

Haustenbecker Dorfschule

Die Schule in Haustenbeck war mehr als nur ein Lernort – sie war das Herzstück der Kindheit im Dorf. Zwischen einfachen Klassenräumen, langen Schulwegen und dem knisternden Holzofen entstanden Freundschaften, Erinnerungen und prägende Erlebnisse, die viele ein Leben lang begleiteten.
Hier erfahren Sie mehr!

Der Sportplatz

Der Sportplatz war ein lebendiger Treffpunkt der Haustenbecker und Ausdruck ihrer großen Begeisterung für den Sport. Ob die erfolgreiche Handballmannschaft des TuS Haustenbeck, der Radfahrverein „Edelweiß Haustenbeck“ oder die engagierten Turnerinnen und Turner – hier wurden Gemeinschaft, Teamgeist und sportlicher Ehrgeiz gelebt.

Der Friedhof

Der Friedhof in Haustenbeck war über viele Jahrzehnte ein Ort des Erinnerns und des Abschieds. Nach seiner Eröffnung im Jahre 1912 fanden hier zahlreiche Dorfbewohner ihre letzte Ruhestätte. Die prägende Roteiche wurde im Jahre 1922 gepflanzt und musste im Jahre 2019 aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Bis heute erinnern sich ehemalige Bewohner an die einstige Begräbnisstätte.

Kriegerdenkmal

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand im Herzen Haustenbecks ein Ehrenhain mit Kriegerdenkmal zum Gedenken an die 55 vermissten und gefallenen Dorfbewohner. Das 1919 beschlossene Denkmal wurde zu einem stillen Ort des Erinnerns und der Gemeinschaft – ein Zeichen dafür, wie tief der Verlust das Dorf geprägt hatte.

Das Spritzenhaus

Die Feuerwehr in Haustenbeck war ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Lebens und stand für Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft. Im Spritzenhaus organisiert, waren die freiwilligen Helfer bei Bränden, Unwettern oder anderen Notlagen stets schnell zur Stelle. Mit großem Engagement und enger Verbundenheit zur Dorfgemeinschaft leistete die Feuerwehr einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit in Haustenbeck

Arzthaus

Text ergänzen.

Ehemaliges Forsthaus Taubenteich

Text ergänzen.

Haustenbeck

Ein Dorf, das kam und wieder gehen musste

Widerstandsfähige Pioniere und Überlebenskünstler – so könnte man wohl die ersten Siedler Haustenbecks mitten im Herzen der Senne am besten beschreiben. Versteckt in einer kargen und sandigen Landschaft fanden sie Land vor, das unter harter Arbeit und vielen Jahren voller Rückschläge schlussendlich zur liebgewonnenen Heimat wurde. Aus unfruchtbaren Böden machten sie beackerbares Feld, das bewirtschaftet werden konnte und Erträge brachte. Aus der unberührten Heidelandschaft entstand ein Dorf, das trotz der Abgelegenheit mit der Zeit ging und zu einem Zentrum ländlichen Lebens wurde.


Die Anfänge Haustenbecks

Ab 1659 wuchs inmitten der Senne ein Dorf aus Mut, harter Arbeit und Gemeinschaft

Mitten in der kargen und abgelegenen Landschaft der Senne entstand im Jahre 1659 die Siedlung Haustenbeck.

Hermann Adolf, Graf und Edler Herr zu Lippe in Detmold, entschloss sich in der entbehrungsreichen und harten Zeit des Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg, die abgeschiedene Grenzregion zu erschließen und somit die Region wirtschaftlich und politisch zu stärken. Dieses Vorhaben wurde durch die Errichtung von Zollstationen, Bewirtungsmöglichkeiten und neue Siedlungen umgesetzt. Gelockt wurden die ersten Siedler durch finanzielle Erleichterungen. Sie sollten zum Beispiel sechs Jahre von allen steuerlichen Lasten befreit werden.

Die Siedler fanden karge und sandige Böden vor, die jahrelang unter harter Arbeit und mit geringen Erträgen beackert wurden. Einige kehrten der Senne den Rücken zu, um ihr Glück im fernen Osten oder Amerika zu suchen.

Eine ältere Frau und zwei Kinder sitzen auf einer Bank vor einem rustikalen Holzschuppen, im Hintergrund sind ein Feldweg und Bäume zu sehen.

Wanderarbeit und starke Frauen

Arbeit, Familie, Glaube – die Menschen meisterten ein Leben zwischen Entbehrung und Zusammenhalt

Durch das rasch ansteigende Bevölkerungswachstum in Haustenbeck stieg auch der Druck auf die Familien, denn die Böden brachten weiterhin nur geringe Erträge. Viele Männer sahen sich dadurch gezwungen, als Wanderarbeiter die nötigen finanziellen Mittel zu erarbeiten. Vor allem als Ziegler trieb es sie in den Raum Frankfurt, Berlin, Oldenburg, Westfalen und sogar bis nach Holland. Nach der saisonalen Arbeit im Sommer kehrten sie wieder zu ihren Familien zurück. Die Heimkehr der Männer brachte nicht nur das dringend benötigte Geld, sondern auch neue, frische Ideen, wie das Leben im Dorf verbessert werden konnte. Die Frauen blieben unterdessen mit den Kindern zurück und übernahmen die Arbeiten auf dem Hof, die Bestellung der Felder und Gärten sowie die Versorgung der Tiere. Die Zeiten waren hart und entbehrungsreich, doch sie brachten ebenfalls den benötigten Wandel und Aufschwung zutage.

Wandel und Aufschwung

Haustenbeck wuchs mit jeder Generation – geprägt von Mut, Arbeit und Hoffnung

Nach harten und entbehrungsreichen Jahren hielt auch die Industrialisierung in den Sennedörfern Einzug. Sie brachte neue Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten mit sich und versprach den Menschen ein leichteres Leben. So entstanden in Haustenbeck ab dem Jahre 1906 feste Wege und sogar einige Fahrräder konnten als Folge auf den Straßen gesichtet werden. Innerhalb eines Jahrzehnts wurden 50 neue Häuser erbaut – eine immense Leistung mit den vorhandenen Mitteln. Im Jahre 1910 wurden erstmals 1.100 Menschen in Haustenbeck verzeichnet.


Glaube im Herzen Haustenbecks

Die evangelische Kirche

Nach jahrzehntelangem Ringen um finanzielle Mittel und Unterstützung wurde die evangelische Kirche im Jahre 1685 in Haustenbeck eingeweiht. Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen und Predigten konnten nun unter würdigen Bedingungen stattfinden und machten das Gotteshaus zu einem wichtigen Zentrum des Dorflebens. Die Kirche entwickelte sich zu einem Anker für Trost, Zusammenhalt und Glauben im Herzen Haustenbecks.


„Dorper Döneken“

Senneschnack und Dorfgeflüster

Ein Mann in grünem Hemd und gelben Shorts hält eine Lupe in der Hand, um etwas vor einem weißen Hintergrund genau zu untersuchen.
Eine Frau in einem schwarzen Kleid und blauen Schuhen hält eine gelbe Glühbirne vor einem weißen Hintergrund.
Eine Person in blauem Hemd und grüner Hose hält einen großen gelben Stern über dem Kopf, die Arme sind ausgestreckt und die Beine in einer dynamischen Pose angewinkelt.

Theater, Schützenfest & mehr

Kultur und Sport als Herzstück der Gemeinschaft

Haustenbeck war nicht nur ein idyllisches Dorf im Herzen der Senne, sondern auch ein Ort der sportlichen Begeisterung und gelebter Kultur! Schon in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war der TuS Haustenbeck der große Treffpunkt für sportliche Aktivitäten. Der Sport war mehr als nur ein Wettkampf – er bedeutete Spaß und Zusammenhalt sowie ein aktives Miteinander.

Gefürchtete Handballmannschaft

Haustenbecks sportliche Spitze

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Handballmannschaft des Haustenbecker TuS gelegt werden. Bereits um das Jahr 1930 stellte Haustenbeck eine der stärksten Mannschaften im Kreis Lippe. Sie waren durch ihr Können und ihren Teamgeist zu einem vielerorts gefürchteten Gegner geworden und erzielten über die Jahre unzählige Siege.
Neben dem Handball bot der TuS zudem auch Turnen für Damen und Herren an und stellte somit auch den akrobatisch begeisterten Haustenbeckern einen Ort zur sportlichen Betätigung.

Traditionelle Feste

Lebendige Gemeinschaft in Haustenbeck

Der Sport brachte neben der körperlichen Betätigung auch einige Feste mit sich – so waren zum Beispiel das Sport- und Heidefest mit dem Rundmarsch durch das Dorf ein jährlicher Höhepunkt für viele Dorfbewohner. In geselligem Beisammensein wurde traditionell auf dem Sportplatz gefeiert. Das stärkte den Gemeinschaftssinn aller Haustenbecker.
An Christi Himmelfahrt wurde zudem jährlich ein Ausflug des TuS organisiert, an dem Jung und Alt gerne teilnahmen. 
Zudem gab es noch ein Kriegerfest.

Edelweiß Haustenbeck

Tradition und Siege auf zwei Rädern

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Radfahrverein "Edelweiß Haustenbeck" gegründet. Dieser Verein trug einen wesentlichen Teil zum sportlichen Angebot für die radfahrbegeisterten Haustenbecker bei – besonders stolz waren die Bewohner auf Richard Kelle, den Lippischen Meister im Bergfahren, der im Jahre 1932 beim großen Rennen rund um das Hermannsdenkmal den Sieg davontrug – diese außerordentliche Leistung würdigte sogar die Lippische Landeszeitung mit einem Bericht.

Theateraufführungen und Schützenfest

Kulturelle Highlights in Haustenbeck

Ergänzt wurde das Angebot durch die Theatergruppe des TuS, die mit ihren gut besuchten Aufführungen für die kulturelle Bereicherung in der Gemeinschaft sorgte. Der Schützenverein setzte mit dem jährlichen Schützenfest einen weiteren Höhepunkt im Kalender der Haustenbecker.


Wenn ein Dorf feiert

Kirmes in Haustenbeck

Feste und Feierlichkeiten gab es einige in Haustenbeck – damals suchten die Menschen sich etwas zu feiern, wenn es nicht viel anderes außer der harten Arbeit zu tun gab.
Ein Highlight für Groß und Klein gleichermaßen: die alljährliche Kirmes, die im Herbst stattfand.
Für ein paar sorgenfreie Tage zog der süße Duft von Pfefferkuchen durch das Dorf und es hallten Lachen und Musik durch die Straßen.

Eine ganz besondere Attraktion war das Karussell, das von der Firma „Perl" aus Lage stammte.
Für die Jüngsten unter den Kirmesbesuchern gab es sogar ein Kinderkarussell, das Augen zum Leuchten brachte. Die wenigen Pfennige, die die Kinder von den Eltern bekamen, wurden hier restlos ausgegeben.

Ein beliebter Spruch aus alten Erinnerungen: "Wir fahren nicht mit Pickert, wir fahren nur mit Perl. Das ist ein ganz famoser Kerl."

Eine Schießbude und eine Pfefferkuchenbude sorgten für weitere Begeisterung und das leibliche Wohl der Kirmesbesucher.
Für viele Bewohner Haustenbecks muss die Kirmes wohl das schönste Fest im Jahr gewesen sein.

Der Erste Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit

So schnell wie der Aufschwung kam, so schnell wurden die Menschen und das Land durch einen erneuten Schicksalsschlag zerrüttet. Der Erste Weltkrieg brachte einen herben Rückschlag – auch für Haustenbeck. 55 Männer fielen oder blieben vermisst, das Dorf trauerte um seine Lieben. Doch das Leben wurde eisern weitergeführt und die harte, aber kurze Inflation, die dem Krieg folgte, brachte eine mühsame, stetige Erholung des Dorfes mit sich. Die folgenden zehn Jahre prägten das Dorf nachhaltig: Es folgten bessere Ernten durch den Einsatz von Kunstdünger und auch die moderne Kleidung hielt Einzug. Licht ins Dunkle brachte die Einführung von Elektrizität ab dem Jahre 1928, die den Alltag der Menschen nachhaltig veränderte. Jedoch verschwand durch die Moderne auch die plattdeutsche Sprache langsam aus dem alltäglichen Sprachgebrauch – ein stiller Wandel im kulturellen Gedächtnis des Dorfes.

Eine Schwarz-Weiß-Fotografie eines Dorfplatzes in Haustenbeck, Deutschland, zeigt ein steinernes Denkmal, ein Fachwerkhaus und einen Baum, mit dem Text "Haustenbeck i.d. Senne" und "Dorfplatz" in der Ecke.

Dorfplatz Haustenbeck mit Kriegerdenkmal

Stilles Mahnmal im Herzen Haustenbecks

55 vermisste und gefallene Männer hinterließen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ein tiefes Loch in den Herzen der Haustenbecker. Um ihnen zu gedenken, beschloss der Gemeinderat im Jahre 1919 auf Vorschlag des Bürgermeisters Friedrich Mehrmann die Errichtung eines Kriegerdenkmals. Im Herzen des Dorfes entstand ein kleiner Ehrenhain, in dessen Zentrum das Denkmal erbaut wurde. Die alte Viehwaage und das baufällige Spritzenhaus wurden dafür an andere Orte im Dorf versetzt – ein deutliches Zeichen, wie wichtig den Haustenbeckern dieses Symbol des Gedenkens war. Da die Gemeindekasse nach dem Krieg knapp befüllt war, wurde eine Haussammlung durchgeführt, bei der 8.000 Mark zusammenkamen. Der Denkmalausschuss beauftragte den Kunstbildhauer Robert Henckel und den Steinmetzmeister J. Becker aus Horn mit der Gestaltung des Denkmals. Unter ihrer Arbeit entstand auf einem Sandsteinsockel die Figur eines Soldaten, der wie in ein Gebet versunken auf seinen Helm blickt. Die Namen der Gefallenen wurden auf einer Steintafel auf dem Sockel eingemeißelt. Der Ehrenhain bot somit dem trauernden Dorf einen Ort, um zusammenzukommen und in Gemeinschaft der Gefallenen zu gedenken.

Historischer Überblick

Eine Zeitreise durch Haustenbeck

Ein Schwarz-Weiß-Foto von Haustenbeck, Deutschland, zeigt eine Person, die auf einem Hügel sitzt, einen Baum und ein Feld mit einer Kirche in der Ferne.
1659
GRÜNDUNG
Erschließung der Senne durch Hermann Adolf, Graf und Edler Herr zu Lippe in Detmold
Eine Schwarz-Weiß-Fotografie der evangelischen Kirche in Haustenbeck mit Kirchturm und Uhrenturm, umgeben von Bäumen und einer Steinmauer, wird von einem Baum im Vordergrund eingerahmt.
1685
Bau der Kirche
Bereits 1671 wurden die ersten Arbeiten begonnen, es fehlten jedoch finanziellen Mittel zur Fertigstellung.
Ein zweistöckiges weißes Haus mit rotem Dach und schwarzen Fensterläden steht auf einer Schwarzweißfotografie, umgeben von kahlen Bäumen und einer Steinmauer.
1721
Die erste Schule
Bis zur Aufgabe der Schule im Jahr 1939 gab es insgesamt drei Schulhäuser: zweites Schulhaus erbaut 1820-1821 inkl. Nebenschule (1847) und das dritte Schulhaus erbaut 1907-1908.
Eine Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt eine malerische Dorfszene mit einer unbefestigten Straße, Holzhäusern, einer Scheune und einer Person auf einem Fahrrad.
Ab 1906
Entstehung von festen Wegen
Haustenbeck erhält feste Wege und Straßen. Erste Fahrräder werden im Dorf zur Fortbewegung genutzt.
Eine Schwarz-Weiß-Fotografie eines Dorfplatzes in Haustenbeck, Deutschland, zeigt ein steinernes Denkmal, ein Fachwerkhaus und einen Baum, mit dem Text "Haustenbeck i.d. Senne" und "Dorfplatz" in der Ecke.
1919
Errichtung des Kriegerdenkmals
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Kriegerdenkmal als Trauerort im Zentrum des Dorfes errichtet. Es entstand durch den Kunstbildhauer Robert Henckel und den Steinmetzmeister J. Becker aus Horn.
Eine alte Lampe mit Glasgefäß und Metallsockel strahlt einen warmen Schein aus und wirft ein sanftes Licht auf einen dunklen Hintergrund.
1928
STROMNETZ
Haustenbeck wird an das örtliche Stromnetz angeschlossen. Die Elektrizität zieht ein, ersetzt jedoch noch lange nicht herkömmliche Öllampen.
Eine ruhige Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt eine heitere Waldszene mit hohen Bäumen, einem ruhigen Gewässer und einem grasbewachsenen Feld in der Ferne.
1938 – 1939
Räumung des Dorfes
Zwischen den Jahren 1938 und 1939 wurde das Dorf Haus um Haus geräumt.

Das Ende eines Dorfes

Der Krieg hinterließ nachhaltige Spuren. So kündigte sich in den 1930er Jahren bereits das Ende des Dorfes Haustenbeck an. Die Erweiterung des Truppenübungsplatzes Senne brachte die Auflösung des Dorfes mit sich. Die Umsiedlung dauerte von 1937 bis 1939 und umfasste rund 1.300 Bewohner. Ein neues Zuhause fanden die Menschen in umliegenden Orten wie Oesterholz, Schlangen, Augustdorf oder Horn-Bad Meinberg. Einige Familien wurden in die Magdeburger Börde, in die Nähe von Mecklenburg-Vorpommern und Osnabrück umgesiedelt. Im Jahre 1939 wurden die Haustenbecker Flurstücke zudem der Gemeinde Oesterholz angegliedert. Ehemalige Bewohner, die bis zum Abschluss der Umsiedlung keine neue Bleibe gefunden hatten, wurden in eine Randsiedlung am Truppenübungsplatz oder in bereits geräumte Häuser in der Hövelsenne einquartiert. In einem letzten verzweifelten Versuch, in die alte Heimat zurückzukehren, wurden nach dem Krieg 19 Häuser im alten Ortskern Haustenbecks von ehemaligen Bewohnern und Kriegsflüchtlingen bezogen. Diese mussten jedoch unverzüglich und endgültig nach der Übernahme des Truppenübungsplatzes durch die British Army geräumt werden.

Der Schmerz über die verlorene Heimat saß tief. Die Menschen der aufgelösten Dörfer hatten hart erarbeitet, was sie sich in der Senne aufbauten.
Ein Dorf, das unter schwierigsten Bedingungen entstanden war, gewachsen ist und sich modernisiert hatte, musste schließlich weichen.

Heute gehört das gesamte ehemalige Dorf Haustenbeck vollständig zum Truppenübungsplatz. Nur noch alte Baumbestände und vereinzelte Ruinen sowie alte Mauerreste lassen erahnen, dass hier einst ein Dorf voller Leben und Tradition stand. Im Ortskern befindet sich noch heute die unter Denkmalschutz stehende Ruine der Haustenbecker Kirche, die seit einigen Jahren durch einen Gedenkstein ergänzt wird. 


... doch Haustenbeck lebt weiter

Doch das alte Haustenbeck ist nicht in Vergessenheit geraten. Wie auch Taubenteich und Hövelsenne lebt es in den Erzählungen, Erinnerungen und im Gedenken älterer Generationen weiter. Das weitergegebene Wissen wird noch heute intensiv gepflegt und gehütet – von Historikern, Nachfahren, Ortsheimatspflegern, Begeisterten der Vergangenheit und vielen mehr. Dieses Wissen wird auf besondere Weise durch diese Arbeiten erlebbar gemacht und stellt einen unschätzbaren Wert für den Erhalt dieses wichtigen Geschichtsabschnitts dar.