Das geistliche Herz von Haustenbeck

Die Kirche

Der Wunsch nach einem Ort der Religion und der Zusammenkunft war auch bei den Haustenbeckern von Anfang an groß.
Doch der Weg dorthin war nicht immer einfach und dauerte viele Jahre.
Bereits im Jahre 1671 begannen erste Arbeiten an einem dorfeigenen Gotteshaus, doch die Mittel der Bewohner reichten bei Weitem nicht aus, um es fertigzustellen. Unterstützung wurde dabei inner- und außerhalb von Lippe erbeten.

Im Jahre 1685 war es endlich soweit – mitten im Herzen des Dorfes konnten die Bewohner Haustenbecks die evangelische Kirche mit dazugehörigem Pastorenhaus einweihen. Die Kirche bildete das religiöse Zentrum des Dorfes und diente den Bewohnern als friedvoller Ort der Zusammenkunft. Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen und Predigten: Diese wichtigen Veranstaltungen konnten endlich unter gebührenden Umständen stattfinden.
Der erste Pastor, Joachim Wienand, dürfte sich von allen Bewohnern am meisten gefreut haben, da er nun nicht mehr im Dorfkrug predigen musste.

Im selben Jahr erhielt die Gemeinde ebenfalls die erste Glocke. Gegossen wurde sie von dem Glockengießer Claudius Bricon aus Steinheim, zu einem Preis von 66 Talern.


Schwarz-Weiß-Fotografie der Haustenbecker Kirche mit steilem Dach und Schornstein, umgeben von Bäumen und einer Gruppe von Menschen am Konfirmationstag, aufgenommen aus einem niedrigen Winkel.

Zentrum des Dorflebens

Trost, Glaube und Zusammenhalt unter einem Dach

In der 254-jährigen Geschichte der Kirche wirkten rund 37 Pastoren in Haustenbeck. So manch einer wurde von den Bewohnern innig geliebt und so manch einer hatte sich durch die strengen Strafpredigten einen Namen in der Dorfgemeinschaft gemacht.

Die Kirche wurde schnell zu einem Ort des Trostes, der Trauer und der Gemeinschaft für die Dorfbewohner – sie bildete einen festen Anker im Herzen der frommen Menschen in der historischen Senne.


Ein Blick in alte Zeiten

Betrachten Sie die alte Kirche in Haustenbeck durch neue Perspektiven


Die Haustenbecker Kirche in weiß, mit Kirchturm und Kreuz steht in einer ländlichen Umgebung, umgeben von Bäumen und Sträuchern, mit einer Schwarz-Weiß-Fotografie.

Auflösung und Abschied

Das Ende der Kirche

Doch auch die Kirche war letzten Endes von der Erweiterung des Truppenübungsplatzes betroffen. Zur Trauer aller Bewohner Haustenbecks fand der letzte Gottesdienst an einem Totensonntag im November 1939 statt.
Ein schmerzvoller Moment, denn er stand nicht nur für die Aufgabe der Kirchengemeinde, sondern festigte auch den Gedanken, dass die letzten Bewohner das Dorf bald endgültig verlassen musste. Im selben Monat wurde die Kirchengemeinde offiziell aufgelöst.


Das Erbe der Kirche

Vergangen, jedoch nicht vergessen

Zahlreiche Ausstattungsstücke wurden nach der Aufgabe der Kirche auf andere Gemeinden verteilt:

- Die Glocken gingen zuerst nach Heiligenkirchen und später zur Kriegsverwendung nach Lünen.
- Die Turmuhr fand in der Kirche von Stapelage ein neues Zuhause.
- Die Orgel, wenn auch stark verändert, wurde in Heidenoldendorf weiterhin genutzt.

Über die Jahre verfiel das Gebäude stark, sodass bis heute nur noch die Grundmauern zu sehen sind. Sie befinden sich im militärischen Sperrgebiet und stehen unter Denkmalschutz – ein stilles Mahnmal einer vergangenen Dorfgemeinschaft.