In ihren Erinnerungen beschreibt Margret Bönninghoff, geborene Marxcord, eindrucksvoll ihre Kindheit und das dörfliche Leben in Hövelsenne in den 1950er Jahren. Sie erzählt von einer lebendigen Schulzeit, in der zunächst Fräulein Disse (später Frau Güllenstern) als Lehrerin eine prägende Rolle spielte. Es wurden Ausflüge ins Lipperland unternommen und zum Namenstag der Lehrerin selbst organisierte Märchenspiele aufgeführt. Später übernahm Lehrer Schneider den Unterricht, gründete einen Schulchor sowie eine Flötengruppe und prägte das Bild der kleinen, lebhaften Dorfschule, an die sich die Autorin gern erinnert. Ihr Elternhaus lag direkt gegenüber der Schule, was sogar spontane Pausenbrot-Lieferungen möglich machte.
Auch familiäre Ereignisse werden liebevoll geschildert: Margret Bönninghoff berichtet von ihren Großeltern, die 1931 ihre Goldene Hochzeit feierten, sowie von drei Töchtern der Familie, die dem Vincentiner Orden beitraten. Besonders hervorgehoben wird Schwester Aicharda (Maria), die in Neheim-Hüsten als Krankenschwester tätig war, wo man sie als den „Engel von Neheim“ kannte – eine Frau, der sogar die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen wurde.
Die Autorin selbst wurde 1948 als siebtes Kind geboren – unter schwierigen Umständen, da ihre Mutter bereits 47 Jahre alt war und die Geburt aufgrund fehlender medizinischer Hilfe improvisiert werden musste. Ihre Kindheit war eng mit dem Schulalltag verwoben, da ihre Mutter bis 1958 die Schulküche betreute. Viele Kinder kamen nach dem Unterricht ins Haus, um das Baby zu bestaunen – ein Zeichen für die enge Dorfgemeinschaft.
Margret Bönninghoff erinnert sich zudem an das soziale Leben rund um Kirche, Gasthaus und Lebensmittelladen. Besonders eindrücklich schildert sie die Ankunft kanadischer Soldaten ab 1954, die für sie als Kind ein echtes Abenteuer bedeuteten: Cola, Kartoffelchips, dicke Schokolade und Militärkapellen – all das war neu und aufregend. Eine Big Band der Kanadier begeisterte sie so sehr, dass sie dort erstmals ein Saxofon sah und hörte.
Auch kleine Freuden wie das Pilzesammeln mit ihren Geschwistern oder der selbstgemachte Pfefferminztee mit Zuckerbutterbrot spiegeln das einfache, aber herzliche Leben wider. Ihre Erinnerungen zeichnen ein warmes Bild von Kindheit, Gemeinschaft und Geborgenheit im ländlichen Nachkriegsdeutschland.