Blick in die Hövelsenner Kirche, in der Anfang der 1070er Jahre eine Hubertusmesse stattfindet. Die Kirche ist voll mit festlich gekleideten Menschen und feierlich geschmückt.

Hubertusmesse Anfang der 1970er Jahre

Tiefer Glaube

Gemeinschaft im Herzen des Dorfes

Ort des religiösen Geschehens

Die Errichtung der Filialkirche St. Josef

Der Wunsch nach einem eigenen Ort zum Zusammenkommen, zum Beten und zum Gedenken entstand schon in frühen Jahren bei den Bewohnern der Hövelsenne. So wurde im Jahre 1808 eine eigens eingerichtete Hauskapelle in der Schule eröffnet – ein sogenanntes „Oratorium“. Nachweislich wurden die Gottesdienste jedoch bereits im Jahre 1821 wieder eingestellt. So mussten die frommen Bewohner erneut den Weg in die Hövelhofer Kirche auf sich nehmen. Doch der Wunsch nach einer eigenen Kirche war groß, und so konnte im Jahre 1924 nach zahlreichen Eingaben die katholische Filialkirche St. Josef eingeweiht werden. In den Jahren davor konnte eine Baracke im „Staumühlenlager“ als Gottesdienstraum genutzt werden.
Viele Jahre bildete die Kirche das religiöse Herzstück des Dorfes, bis schließlich am 3. November 1974 nach Abschluss der finalen Umsiedlungen der letzte Gottesdienst stattfand – eine Hubertusmesse.


Kinder während der Firmierung, die ein Kreuz und eine Fahne tragen, marschieren mit dem Pfarrer durch eine von Bäumen gesäumte Straße, begleitet von einem Fahrrad.

Übergang in den Glauben

Die Firmung als stärkender Moment der Religiosität

Für die Jugendlichen in der historischen Senne war der Übergang zur eigenständigen Glaubenspraxis ein bedeutender Schritt im Leben. Monatelang bereiteten sie sich durch religiöse Unterweisungen auf diesen Tag vor. Kommunion und Firmung waren auch ein wichtiges soziales Ereignis im Dorf. Die Familien und Freunde versammelten sich, gratulierten und feierten im Anschluss oft gemeinsam zu Hause. Auch hier waren die Geschenke meist symbolisch: Anstelle von Geld gab es Rosenkränze, Bibeln und andere religiöse Gegenstände. Diese wurden oft von Generation zu Generation weitergereicht und sollten die Verbundenheit zur Kirche und zum Glauben ausdrücken.
Für viele war die Firmung mehr als ein religiöser Ritus: Sie war ein Moment der Gemeinschaft und der Bestärkung der jungen Generation im Herzen des Dorfes.


Glaube, Verlust und Erinnerung

Das Ende der Kirche St. Josef

Inmitten von Hausruinen konnten die ehemaligen Bewohner der Hövelsenne auch nach der Umsiedlung bis 1974 die verlorene Kirche für Sonntagsgottesdienste nutzen. Danach verfiel das Gebäude schnell und wurde als Objekt für Schießübungen genutzt, bis die Überreste der Kirche schlussendlich zum Leidwesen aller im Jahre 1985 gesprengt wurde.
Inmitten des als Schießbahn genutzten Areals erinnert ein Gedenkstein auch heute noch an die Filialkirche St. Josef.


Die Hövelsenner Kapelle

Die Hövelsenner Kapelle

Im Herzen lebendig, im Glauben vereint

Nach der endgültigen Sprengung der Kirchenruine blieb der Wunsch nach einem Ort des Glaubens und Gedenkens groß. So schlossen sich im Jahr 2014/15 ehemalige Bewohner der Hövelsenne zusammen und gründeten einen Förderverein. Zusammen machten sie ihren Traum wahr: Es entstand eine kleine Gedenkkapelle am Rande des Truppenübungsplatzes – ein maßstabsgetreues Abbild der einstigen Kirche.
Die Kapelle bietet nicht nur einen Erinnerungsort für die verstreute Dorfgemeinschaft, sondern ist auch für Wanderer und Radfahrer, die auf dem Emsradweg unterwegs sind, ein Ort, um Kraft zu schöpfen, Ruhe zu finden und die besondere Atmosphäre zu genießen.
Ein ganz besonderer Aspekt: Originale Elemente der Hövelsenner Kirche wurden auch in der Kapelle verbaut – darunter beispielsweise Fenster – die nun die Gegenwart und Vergangenheit verbinden. Ein Stück verlorene Heimat, das bis heute sichtbar und spürbar bleibt.

Wer sich zudem besondere Schätze aus der Kirche St. Josef ansehen möchte, wird im "Heimatzentrum Senne" fündig. Hier befinden sich unter anderem die originale Kirchenglocke, ein Harmonium, der alte Beichtstuhl und viele interessante Informationen zur Hövelsenner Geschichte.

Wollen Sie mehr erfahren? Hier geht's zum Heimatzentrum Senne!